Einweihung in Kriyayoga
"Warum schaust Du mich so skeptisch an?", das war das allererste, was ich von Hans hörte.
Ich bin natürlich mit einer gewissen Erwartungshaltung zu Hans nach Gauting gefahren. Erhoffte ich mir doch, den Retter meines Seelenheils zu treffen. Auch dachte ich, wenn das mein Lehrer ist, gibt es bestimmt eine Szene wie Yogananda mit Sri Yukteswar erlebt hat. Ich stellte es mir beeindruckend vor, aber beim ersten Anblick stellte ich nichts aussergewöhnliches fest. Mag sein, dass es daran lag, dass ich etwas unsicher war, da ich vorher noch nie zu einem Privatseminar gegangen war oder vielleicht auch nur, weil ich wie üblich bekifft war.
Genau weiß ich den Ablauf der zwei Tage nicht mehr, aber Hans lehrte uns die Prinzipien von Yama und Niyama und machte einige Reinigungsbungen mit uns. Da fing ich langsam Feuer. Konnte ich doch tatsächlich einen Strom von Energie fühlen. In meinen Händen, in fast allen Chakren, die gereinigt wurden.
Ich war schon seit Jahren überzeugt, dass Gott jedem die Möglichkeit gegeben hat, alles in sich erfahren zu können, was man braucht, um glcklich zu werden. Schliesslich hatte ich ja gefühlt, dass Lahiri Mahasayas Präsenz in meinem Zimmer war. Das war eine Erfahrung, die Innen passierte.
Und jetzt spürte ich Energie in mir fließen. Ich wusste von der Akupunktur, dass es Meridiane, Energiekanäle, gibt. Ich hatte mich immer gefragt, wie ich sie erfahren könnte, wie ich sie für mich, in meinem eigenen gottgegebenen Labor nachweisen könnte. Jetzt hatte ich das Gefühl, in meinem Labor sei das Licht angegangen. Nun konnte ich darangehen nachzuweisen, ob meine Skepsis berechtigt war oder nicht. Ich konnte mit den Kriya-Übungen beginnen und sehen, wie es sich auf mein Leben auswirken würde.