Heulen und Zähneklappern - der Tiefpunkt ist erreicht

Im Herbst 95 war es dann soweit, daß ich den tiefsten Punkt in meinem Leben erreicht hatte. Nach einer Veranstaltung im Bundesheim, auf der ich zu Gast war und reichlich Bier getrunken hatte, ergab es sich, daß ich noch etwas zum Kiffen organisieren konnte. So bin ich gegen halb zwei Uhr nachts nach Hause aufgebrochen, um mir noch eine gemütliche Nacht zu machen. Es war zu der Zeit durchaus üblich, daß ich erst gegen drei, vier, fnf Uhr zu Bett ging und so war noch gengend Zeit ein, zwei Joints zu rauchen.

So gegen vier Uhr bin ich dann ins Bett gegangen. Das ich ziemlich berauscht war, muß ich nicht extra erwähnen. Wie üblich machte ich Entspannungsbungen und allerlei Gedanken wanderten mir durch den Kopf. Mit der Zeit wurde es ungemütlich. In mir stieg eine groß Panik auf. Die Gedanken drehten sich immer schneller im Kreis und schließlich setzte ich mich auf. Die ganzen letzten Monate, in denen ich nichts anderes getan hatte, als zu trinken, zu kiffen und meines Vaters Geld zu verbrauchen, zogen an an mir vorber und machten mir eine Höllenangst, wie es weiter gehen sollte. Ich war damals 25 Jahre alt und fragte mich, was mit mir los sein wrde, wenn ich 28 oder 32 Jahre sein werde.

In dieser Nacht im Herbst 95 wurde mir klar, daß ich universenweit von irgendeinem Ziel entfernt war und wenn sich nicht grundlegend etwas änderte, ging mein Leben hundertprozentig den Bach hinunter. Vieleicht könnte ich auf die ein oder andere Weise überleben. Vieleicht ein Durchschnittsleben führen. Aber die Ansprche, die ich an mein Leben stellte, waren auf diese Weise nie und nimmer zu erfüllen.

Ich wollte in meinem Leben auf jeden Fall die Oberhand gewinnen, wollte durchblicken, was wirklich los war. Erst viel später konnte ich mein Lebensziel besser formulieren:

Lieben lernen und Gottverwirklichung erreichen.